Immobilienmarkt Wie stabil ist der Markt?

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Die Preise für Wohnraum steigen weiter. Ursache ist die hohe Nachfrage bei dem nach wie vor zu geringen Wohnungsangebot. Experten sehen jedoch keine
Überhitzungsgefahr und nennen dafür drei wesentliche Gründe: 
 

1. Wohnen ist ein Grundbedürfnis 

Trotz der weltweiten Turbulenzen in den vergangenen 40 Jahren mit Ölpreis-, Dotcom-  und der Finanzkrise 2008 hat sich der deutsche Wohnimmobilienmarkt stets als krisenfest erwiesen. Das bestätigt nicht nur der bulwiengesa-Immobilienpreisindex, der seit 1975 einen fast stetigen Aufwärtstrend verzeichnet, sondern auch die jüngste Studie „Wirtschaftsfaktor Immobilien 2017“ der Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung (gif). Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) sieht die Stabilität des deutschen Wohnungsmarktes unter anderem in der Tatsache begründet, dass es sich beim Wohnen um ein lebensnotwendiges Gut und damit um ein Grundbedürfnis handelt. Der starke Preisanstieg der letzten Jahre ist also nicht spekulations-, sondern nachfragegetrieben. 

2. Großstädte verzeichnen hohe Nachfrage und kaum Leerstand

Der Preisanstieg in den Großstädten ist die Folge des geringen Wohnungs­angebotes bei einer gleichzeitig hohen Nachfrage. Und an dieser Situation soll sich auch in Zukunft nicht viel ändern. Prognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) gehen bis ins Jahr 2035 von Zuwächsen von bis 14,5 % für die sieben deutschen A-Städte aus. Dagegen steht das viel zu knappe Angebot. Leerstandquoten, die in Städten wie beispielsweise München gegen null tendieren, zeigen: Wohnraum wird jetzt und in Zukunft dringend benötigt.     
 

3. Deutsche gehen bei der Immobilienfinanzierung kein Risiko ein

Die Wahrscheinlichkeit für eine Überhitzung des Marktes wächst, wenn immer mehr und vor allem in spekulativer Erwartung Kredite zur Immobilienfinan­zierung vergeben werden. In Deutschland jedoch herrscht dahingehend Zurückhaltung. Zum einen unterliegen deutsche Kreditinstitute bei der Vergabe von Immo­bi­lienkrediten strengen Regeln, zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit von groß­flä­chigen Kreditausfällen laut einer IW-Studie hierzulande äußerst gering, selbst wenn die Zinsen wieder leicht steigen würden, so die Experten. Zumal Immobilienfinanzierungen in Deutschland nicht mit variablen Zinsen abgeschlossen werden. Die durchschnittliche Zinsbindungsdauer beträgt 10 Jahre.

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